Mein Mann und seine Kinder

HTML5 Video Player by VideoJS

ARD, Gott und die Welt

Ein Film von Regina Milde und Julia Geyer


Was ist dran am Klischee der bösen Stiefmutter?

In Zeiten hoher Scheidungsraten sehen sich immer mehr Frauen vor die Aufgabe gestellt, Kinder zu versorgen und zu erziehen, die nicht ihre eigenen sind, sondern die von der Ex-Frau des Partners. Nicht selten ist die Annäherung an das Stiefkind anfangs holprig.

Kann man Kinder auf Knopfdruck lieben? Nur, weil es die Kinder des Partners sind? Macht es einen Unterschied für die Stiefmütter, wenn sie eigene Kinder haben? Wie schaffen Stiefmütter den Spagat: die Kinder des Partners gehören einerseits zur Familie, aber es gibt immer noch eine leibliche Mutter im Hintergrund, die das Sagen hat? Diesen Fragen gehen die Autorinnen Regina Milde und Julia Geyer in ihrer ARD-Reportage nach.

Natalie (32) und Georgios (38) aus Offenbach sind seit gut einem halben Jahr verheiratet, er hat zwei Söhne (7 und 10 Jahre) mit in die Ehe gebracht. Seine Kinder leben bei der Mutter, die Wochenenden verbringen sie aber beim Vater und der Stiefmutter. Natalie selbst hat noch keine Kinder. Für sie ist es eine Herausforderung, ihren Platz in dieser Familie zu finden. Manchmal fällt es ihr schwer, ihren Mann an den Wochenenden mit den Stiefsöhnen zu teilen.

Auch Britta (43) aus Bielefeld hat zwei Stiefsöhne, die die Ferien bei ihr und ihrem Mann Wolfgang (51) verbringen. Sie selbst hat auch einen eigenen Sohn und früh gemerkt, dass es Unterschiede gibt in der Beziehung zu leiblichen Kindern und Stiefkindern: Die Gefühle meinem Sohn gegenüber sind anders. Bestenfalls kann zu den Stiefkindern auch so etwas wie Liebe entstehen. Aber ich glaube, dass es realistischer ist, zu sagen, da ist erstmal Freundschaft und Respekt. Britta hat ein gutes Verhältnis zu ihren Stiefsöhnen. Und die nennen sie auch lieber Bonus- als Stiefmutter. Schließlich haben sie eine weitere Mutter dazu gewonnen.