Essen als Sucht - Wenn das Leben nicht satt macht

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ARD, Gott und die Welt, 19.08.2012, 17:30

Ich habe alles in mich reingestopft, mehrere Döner, Schokolade, Süßigkeiten bis ich keine Luft mehr bekommen habe und mich nicht mehr bewegen konnte. Olaf K. (39) leidet unter der Binge Eating Disorder, einer Essstörung, die mit massiven Essattacken einhergeht. Die Krankheit führt zwangsläufig zur Adipositas. Olaf K. wog in Spitzenzeiten über 200 Kilo. Er hat sein Studium abgebrochen, sich verschuldet, weil er alles Geld zum Dönerladen gebracht hat und seine Partnerinnen verloren. 2008 ging es ihm so schlecht, dass er kaum noch aus dem Haus gegangen ist und über Selbstmord nachgedacht hat.

Doch sein Tiefpunkt war auch der Wendepunkt in seinem Leben. Er hat sich zu einer Magenbypass-Operation entschlossen. Doch bevor diese genehmigt wird, muss er seine Essstörung im Griff haben. Denn: Wenn er mit verkleinertem Magen Essanfälle bekommt, kann das fatale Folgen haben. Die Nähte in ihm können reißen.
 

Auch für Elke E. (43) ist die Operation die letzte Hoffnung im Kampf gegen das Übergewicht. Ich habe meine Lebensqualität verloren und bekomme immer mehr gesundheitlich Probleme, sagt sie.

Wenn Elke E. (43) ins Kino oder Konzert gehen will, guckt sie vorher wie breit die Sitze sind. Schon manche Konzertkarte hat sie verfallen lassen, um sich die abwertenden Blicke ihrer Mitmenschen zu ersparen. Sie wiegt 172 Kilo bei einer Größe von 1 Meter 72. Ehemann Lutz (44) und ihre Kinder André (20) und Juliane (22) unterstützen die Operationspläne, obwohl sie auch um die Gefahren wissen und große Angst um ihre Mutter haben. Weltweit sind derzeit eine halbe Milliarde Menschen fettleibig, fast doppelt so viele wie noch 1980. Über einem BMI von 40 ist es kaum noch möglich, allein mit Diät und Sport abzunehmen.

Die Autorinnen Regina und Milde und Julia Geyer begleiten zwei Menschen bei ihrem letzten Versuch, den lebenslangen Kampf gegen ihr Übergewicht zu gewinnen.